Start › Krabben-Mitbewohner

Vampirkrabben — welche Mitbewohner passen?

Die ehrliche Antwort lautet: nur wenige. Vampirkrabben leben in einem Paludarium mit großem Landteil und kleinem, flachem Wasserbereich — und genau das schränkt die Möglichkeiten stark ein.

Warum die Auswahl so begrenzt ist

Bei einem normalen Aquarium denken Sie über Fische nach, die verschiedene Wasserschichten besetzen. Bei einem Paludarium ist die Situation eine andere: Der Wasserteil ist flach und klein, oft nur wenige Zentimeter tief. Für Fische ist das schlicht kein Lebensraum.

Dazu kommt, dass Vampirkrabben Allesfresser mit ausgeprägtem Jagdtrieb sind. Was klein genug ist und sich langsam bewegt, wird über kurz oder lang als Futter betrachtet.

Was funktioniert

Artenhaltung in der Gruppe. Das ist die beste Lösung. Vampirkrabben sind soziale Tiere und in einer Gruppe deutlich aktiver als einzeln. Eine Gruppe mit einem Männchen und mehreren Weibchen funktioniert am zuverlässigsten.

Springschwänze und weiße Asseln. Diese Kleinstlebewesen leben im Bodengrund, bauen Reste ab und halten das Terrarium sauber. Sie stören die Krabben nicht und werden höchstens gelegentlich gefressen — das ist unproblematisch.

Was nicht funktioniert

Fische — der Wasserteil ist zu flach und zu klein. Unabhängig von der Art.

Garnelen — sie können im Wasserteil überleben, werden aber früher oder später gefressen. Wer Garnelen halten möchte, richtet dafür besser ein eigenes Becken ein.

Verschiedene Geosesarma-Arten zusammen — davon raten wir ab. Die Ansprüche unterscheiden sich leicht (die Volcano etwa braucht 80–90 % Luftfeuchtigkeit, die Black Leg 70–80 %), und in einem gemeinsamen Becken kommt es leichter zu Revierverhalten. Halten Sie pro Becken eine Art.

Kurz gesagt: Ein Vampirkrabben-Paludarium ist ein Artenbecken. Das ist keine Einschränkung, sondern eine bewusste Entscheidung — eine gut eingerichtete Gruppe ist interessanter als eine gemischte Gesellschaft, bei der ständig etwas schiefgeht.

Die beste Gesellschaft: der eigene Nachwuchs

Wer Vampirkrabben Gesellschaft geben will, hat sie meist schon: Die Gruppe selbst. In einem gut eingerichteten Paludarium mit einem Männchen und mehreren Weibchen dauert es nicht lange, bis die ersten Jungtiere auftauchen. Vampirkrabben lassen ihren Nachwuchs in Ruhe, das ist bei Krabben nicht selbstverständlich.

Die Kleinen brauchen nur Deckung aus Moospolstern und Laub und feines Futter. So wird aus vier Tieren mit der Zeit eine Kolonie, die viel mehr Verhalten zeigt als jede gemischte Besetzung.

Bodenpolizei: Springschwänze und Asseln richtig einsetzen

Springschwänze und weiße Asseln sind keine Mitbewohner im eigentlichen Sinn, sondern die Putzkolonne des Paludariums. Sie leben im feuchten Bodengrund, fressen Futterreste und Schimmel und verhindern, dass sich im Substrat faulige Stellen bilden.

Setzen Sie sie ein paar Wochen vor den Krabben ein, damit sich ein Bestand aufbauen kann, denn die Krabben fressen ab und zu welche. Das ist unproblematisch und sogar eine willkommene Ergänzung des Speiseplans.

Pflanzen und Moos im Paludarium

Pflanzen sind im Vampirkrabben-Becken mehr als Deko. Moospolster, kleine Farne und robuste Bodendecker halten die Luftfeuchtigkeit, geben Sichtschutz und bieten den Jungtieren Deckung. Die Krabben fressen keine gesunden Pflanzen, aber sie graben, deshalb halten Aufsitzerpflanzen auf Wurzeln und Rinde besser als frisch gesetzte Stängel.

Im Wasserteil reicht etwas Javamoos oder ein Trieb Wasserpest. Was nicht funktioniert, sind Pflanzen, die trockene Luft brauchen: Ein Paludarium ist immer feucht.

→ Alle Krebse & Krabben ansehen

Häufige Fragen

Kann ich Vampirkrabben mit Fischen halten?

Nein. Der Wasserteil eines Paludariums ist flach und klein, für Fische kein Lebensraum, unabhängig von der Art. Wer Fische halten möchte, braucht ein eigenes Aquarium.

Kann ich verschiedene Vampirkrabben-Arten mischen?

Davon raten wir ab. Die Ansprüche unterscheiden sich: Die Volcano braucht 80–90 % Luftfeuchtigkeit, die Black Leg 70–80 %. Dazu kommt Revierverhalten zwischen den Arten. Halten Sie pro Becken eine Art in einer Gruppe.

Passt der Neon Orange Krebs zu Vampirkrabben?

Nein, das sind völlig verschiedene Haltungsformen. Der Neon Orange Krebs (Cherax lorentzi) ist ein reiner Wasserbewohner und braucht ein Aquarium ab 80 Litern. Vampirkrabben brauchen ein Paludarium mit großem Landteil. Zudem ist der Krebs ein Räuber.

Wie groß sollte die Gruppe sein?

Ein Männchen mit drei bis fünf Weibchen ist ein guter Ausgangspunkt. Bei mehreren Männchen brauchen Sie deutlich mehr Fläche und Sichtbarrieren, sonst kommt es zu Revierstreitigkeiten.

Kann ich die Jungtiere bei den Eltern lassen?

Ja. Vampirkrabben sind gegenüber dem eigenen Nachwuchs friedlich. Die Jungen brauchen nur genug Deckung aus Moos und Laub und feines Futter, dann wachsen sie in der Gruppe heran.

Passen Apfelschnecken in den Wasserteil?

Nein. Der Wasserteil ist für eine Apfelschnecke viel zu klein und zu flach, und sie braucht 20–28 °C bei stabilen Wasserwerten. Kleine Schnecken, die mit Pflanzen eingeschleppt werden, sind dagegen unproblematisch; sie werden gefressen.